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Herzlich willkommen

 Mein neues Fortbildungsprogramm für das Jahr 2018

für Fach- und Leitungspersonen aus Kinderkrippe, Kindergarten, Hort 

in 02681 Schirgiswalde-Kirschau 

 erscheint im Oktober 2017

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Man kann Pädagogik, Erziehung, Psychologie und, und, und...studieren, viele Bücher lesen, das Medium Internet ausquetschen, aber den richtigen Umgang mit Kindern lernt man so nicht. Erst, wenn ich mit Kindern arbeite, mit ihnen lebe, sie erziehe ihnen etwas beibringen möchte, erfasse ich als Pädagoge, als Erwachsener das Wesen des Kindes. Erst dann stoße ich an die Grenzen meiner Möglichkeiten, der Möglichkeiten von Kindergarten, Schule oder der Tätigkeit als Mutter und Vater. Dann habe ich Fragen und suche Antworten, für das Kind "

 

Meine Fortbildungen, In-Haus-Seminare und Beratungen sollen Ihnen helfen, Ihre Fragen zu verstehen und Antworten zu finden.                                                                                                                      

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In-Haus-Seminare                                                 Pädagogische Tage 
Thematische Elternabende                                           Pädagogische Fachberatung                                                                               

formlos; per E-mail: , oder telefonisch: 03592 33749 oder unter den Menüpunkten Kontakt oder Fortbildung anfragen.

 

Für das Jahr 2017 sind nur noch einzelne Termine frei!

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                                         Freie Entwicklungskräfte im Alltag 
Alle frei werdenden Entwicklungskräfte bedingen mehr oder weniger eine Erziehung des Kindes. Ohne diese freien Kräfte könnte sich der Mensch nicht jedes Mal an die Zivilisation, in die er hineingeboren wird, anpassen und diese ausgestalten. Im idealen pflegeleichten Fall können Kinder die frei werdenden Entwicklungsfähigkeiten an die heutige Zivilisation reibungslos anpassen. Kinder, deren Verhalten schwierig ist, bringen entweder zu viele freie Entwicklungsmöglichkeiten mit, erhalten aber kein passendes Angebot aus ihrer Umgebung oder sind z. B. durch Krankheiten oder ungünstige Erziehung im Alltag im Anpassungsvermögen eingeschränkt.

      Es hilft im Umgang mit verhaltensschwierigen Kindern, daran zu denken, dass das Vorderhirn des Menschen, das uns hirnneurologisch erst in die Lage versetzt, unsere bis dahin gemachten Erfahrungen so zu verwenden, dass wir die Folgen unserer Handlungen lenken, steuern und begrenzen können, erst mit ca. 21 Jahren fertig ausgereift ist. Das Vorderhirn ist der jüngste Gehirnteil in der Entwicklung des Menschen. Vorher benötigt das eine Kind mehr, das andere weniger eine erzieherische Umgebung. Verhaltensschwierige Kinder benötigen davon immer etwas mehr. Wenn wir aber später gestandene, gute Pädagogen oder Eltern geworden sind, dann verdanken wir das häufig dem Umgang mit verhaltensschwierigen Kindern.

 

 

Wie sozial muss ein Kleinkind sein?

Wenn ein Kind geboren wird, dann lebt das Kind in einer Welt der reinen Wahrnehmung ohne Unterscheidung von gut, richtig oder sozial. Um miteinander spielen zu können, benötigt das Kind viele Wahrnehmungen, die es nur in einer sozial wohlwollenden Atmosphäre dauerhaft abspeichern kann. Das Spielzeug des Anderen ist beim kleinen Kind immer zuerst Interesse an der Welt. Erst mit ca. vier Jahren kann es das Wahrgenommene in seiner Spielwelt frei anwenden und erst mit fünf Jahren spielt es zusammen mit anderen Kindern in einer gemeinsamen Spielwelt. Das Soziale des kleinen Kindes liegt nicht im miteinander spielen können sondern in der Anpassungsfähigkeit an unseren heutigen Zivilisationsrhythmus, in regelmäßigen Essens- und Schlafzeiten, im Anpassen an die verschiedenen Erziehungsstile des Elternhauses und der Kindereinrichtung.

 

 

Die Ordnung, die uns hält und Sicherheit gibt    

In früheren Zeiten hatte der Mensch keine andere Wahl, als der natürlichen Tag- und Nacht-Ordnung zu folgen; sie war von außen vorgegeben. Es gab kein Fernsehen, kein I-Pad, kein Smartphon, noch früher nicht einmal Strom. Heute entscheidet der Mensch selbst über seine Rhythmen. Er kann die Nacht zum Tag machen, und einige müssen es auch aus beruflichen Gründen. Er muss seinen und den Rhythmus der Kinder selbst festlegen und halten. Unser Körper arbeitet nur rhythmisch, unser Herz schlägt gleichmäßig, unser Atmen rennt nicht einfach drauflos oder steht einfach mal still und unsere Verdauungsorgane haben feste aktive und passive Zeiten. Aber heute kann auch die Individualisierung so weit gehen, dass das Kind oder die Eltern ganz ohne Rhythmen leben.
    Dann verlieren Die Eltern und das Kind die Ordnung, die sie hält!
Wenn das Kind aber später in seinem Leben als Erwachsener auch dann, wenn alles drunter und drüber geht, schwere K
rankheiten, eine Scheidung, den Verlust von Arbeit durchstehen muß, dann hilft es, sich z.B. wie immer, wie schon als Kind, sich nachmittags hinzusetzen und einfach zu vespern und abends über alles zu schlafen!

 

 

                                     Die verplante Kindheit
Wir meinen es heute sehr gut mit unseren Kindern: viele Projekte, viele Events viel Spielzeug mit einer Zweckgebundenheit und Funktionalität. Wichtige Elemente für eine motivierende Handlung, wie Wahlmöglichkeit und Latenz werden immer weniger. Um unser Leben im Laufe der Zeit aber selbst zu gestalten, benötigen wir Phantasie und Mut. In jedem freien Spiel des Kindes, das am Anfang immer unvollkommen und einzigartig zugleich ist, ist der Mensch als Mensch am wirksamsten. Beim Bauen, beim Klettern, beim im Sand spielen und matschen, oder beim Kiste ausräumen werden die Erfahrungen gemacht, die kognitive Leistungen im schulischen Lernen als Vorbedingung benötigen. Wahrnehmung des eigenen Körpers, Gleichgewicht, Raum- und Lage-Orientierung - das sind Erfahrungen, die später die Grundlage für das Verstehen von physikalischen und mathematischen Gesetzen sind und was letztlich noch wichtiger ist, die Erfahrung für die Selbstwirksamkeit.

 

 

Was lernen Kinder nach der Schule?

Wenn ein Mensch sich selbst für wertvoll hält, also für einen Menschen, der durch seine individuellen Fähigkeiten etwas erreichen kann, der soziale Beziehung aufbauen, ausgestalten und halbwegs verantwortungsvoll beenden kann, der an den Umschwüngen im Arbeitsleben nicht verzweifelt, der vielleicht ein eigenes Unternehmen gründen oder durch die Insolvenz führen kann, der auch bei einer schweren gesundheitlichen Krise den Glauben an sich selbst nicht verliert, muss er dieses Verhalten irgendwann im Leben erworben haben. Dies geschieht Entwicklungs-psychologisch vor allem in der Zeit zwischen 6 und 11 Jahren. Kinder lernen in dem Alter durch das Spielen mit anderen Kindern nicht ersetzbare soziale Impulse. Sie lernen darüber mindestens ebenso viel, wenn nicht sogar noch mehr, wie durch den Umgang mit Erwachsenen. Dies können Kinder heute fast nur noch in der Hort-Zeit; sie kann das Kind noch Kind sein lassen, damit es in dieser Zeit Erfahrungen sammeln kann, die es nur in diesem Alter machen kann, welche es aber für sein ganzes Leben wirklich benötigt.

Angelika Heimann